SIGRID WEBER

LOTSIN FÜR KULTURWANDEL


Als John Lennon 5 Jahre alt war, erzählte ihm seine Mutter, dass Glück der Schlüssel zum Leben ist. Als er zur Schule ging, fragten sie ihn, was er sein wollte, wenn er erwachsen ist. Er schrieb 'glücklich' auf. Sie sagten ihm, dass er die Aufgabe nicht verstanden hätte. John sagte ihnen nur: "Und Sie haben das Leben nicht verstanden!"

Genau darum geht es mir – ich nenne es Glückseligkeit, ein tiefes Finden im eigenen Sinn und Sein. Geprägt durch Maria Montessori in der Kindheit und meinem bunten Leben fand ich meinen Sinn darin, Menschen in ihre ureigene Glückseligkeit zu lotsen. Dazu braucht es umsetzbare Impulse, eine lebendige tragende Gemeinschaft und die kindliche Begeisterung für die eigene Transformation. All dies habe ich lernen bzw. leben dürfen und gebe es nun in der SUSA weiter.

Am meisten habe ich mit und durch meine Familie gelernt. Mein Mann Martin und ich haben 4 Kinder im Alter von 13-20 Jahre. Ich behaupte, wir sind nicht systemkonform und das erfüllt mich mit Dankbarkeit und Stolz. Vor über 15 Jahren gründete ich mich Freunden ein Montessori Kinderhaus und eine Schule – beides wollte ich unbedingt für unsere Kinder haben. Nebenbei war ich selbstständig, organisierte Sportevents und hatte weitere ehrenamtliche Aufgaben, so dass mir manchmal die 24 Stunden am Tag nicht ausreichten.

Das Zuviel hatte Folgen. Mir wurde der Stöpsel gezogen und da lag ich nun. Nein wurde ein kompletter Satz für mich und ja, ich durfte einfach liegen, lesen und nichts tun. Furchtbar. Es war die Hölle für mich als Macherin. Viel zu früh stand ich wieder auf und zack, riß mir die Achillessehne. Nun lag ich richtig flach, da eine Entzündung im Fuß nicht heilen wollte. Jetzt griff ich zu den ersten prägenden Büchern. Jetzt hatte ich Zeit mich zu finden. Mein Weg wurde klarer.

Martin machte sich selbstständig und unser Plan war, dass ich nun einen Vollzeitjob annehmen sollte. Leider war ich als 4-fach-Mutter und Nichtarbeitnehmerin für über 15 Jahre nicht für die Arbeitswelt geeignet. Ich schrieb über 100 Bewerbungen, niemand wollte mich. Ich fühlte mich wertlos.

Mit diversen Ausbildungen zum Coach kam ich zusehends in meine Lebensaufgabe. Sie führten mich zurück zur Prägungen durch Maria Montessori. 'Hilf mir, es selbst zu tun' – ihr Leitsatz – findet sich in meinem Lotsendienst überall wieder.

Das Konzept der SUSA entwickelte sich. Die Aufgabe wurde klarer. Ich konnte endlich starten, dachte ich. Doch weit gefehlt. Ich wurde wieder krank. Diesmal war die Diagnose chronisch – eine Entzündung, die ich lange in mir trug und nicht erkannt hatte. Sie ist eine Vorstufe zum Krebs. Ich wusste nicht mehr, was ich essen konnte, verlor Gewicht und Hoffnung. Dazu starb mein Vater am Tag vor meinem 50. Es folgten 4 Monate im Bett – leer, ausgebrannt, voller Schmerzen, hoffnungslos, traurig.

Der Schulmedizin hatte ich schon vor 20 Jahren den Rücken gekehrt. Die Homöopathie reichte nicht mehr aus. Doch ich hatte großes Glück und durfte wirkliche Heilung erfahren. Ich lernte durch Jörg Krebber Nahrung als Medizin einzusetzen. Ich lernte durch Stev Klapschuweit CQM kennen. Ich wurde von Dr. Jens Rohwäder und Stefan Kauerz in die TM - Transzendentale Meditation – eingeführt. Ich fand wieder ins Leben zurück und erkannte, warum ich all dies erleben musste. Es war Teil meiner Ausbildung zur Lotsin für Kulturwandel.

Jetzt arbeite ich mit Menschen, um sie in der Transformation zu einer neuen Kultur in Unternehmen und somit auch in ihrem Leben zu begeistern. Nebenbei schreibe ich ein praktisches Buch über unsere Glücksfamilie mit Impulsen, wie ein wertvolles Leben mit Kindern gelingen kann.